TCS: Doppelter Bremsweg mit Sommerreifen auf Schnee!
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Sinken die Temperaturen und die Schneefallgrenze,steigen die Anforderungen an das Fahrzeug und an den Lenker. Neben der an den Strassenzustand angepassten Geschwindigkeit ist die richtige Vorbereitung entscheidend. Winterreifen von Oktober bis Ostern und die Ratschläge des TCS helfen,sicher durch die kalte Jahreszeit zu fahren. Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt gekommen,um in einem der 19 Technischen Zentren des TCS einen Wintercheck durchzuführen.

Wer im Winter mit Sommerreifen fährt, handelt unverantwortlich und fahrlässig. Die Winterreifen sollten bereits auf alle vier Räder montiert sein, bevor die ersten Schneeflocken fallen. Haben die Reifen unterschiedliche Profiltiefen mit mehr als 1mm Unterschied, sollten die besseren Reifen – unabhängig von  der  Antriebsart  –  immer  auf  der  Hinterachse (Führungsachse) angebracht werden. Wichtig ist, dass Winterreifen mindestens vier Millimeter Profiltiefe aufweisen, da sie sonst ihre  typischen Wintereigenschaften (kürzerer Bremsweg, mehr Zugkraft und  besserer Aquaplaning-Schutz) verlieren.

Geländewagen sind häufig ab Werk mit Ganzjahresreifen ausgerüstet, die auf Schnee allerdings nur eine Kompromisslösung darstellen. Daher sollten auch Geländewagen im Winter mit den geeigneten Winterreifen ausgerüstet werden.

Mit Sommerreifen verdoppelt sich der Bremsweg auf Schnee
Sommerreifen sind für die Fahrt bei tiefen Temperaturen und winterlichen Verhältnissen gänzlich ungeeignet. Deren Gummimischung ist anders als bei Winterreifen und wird schnell hart und unelastisch. Dadurch kann der Reifen die geforderten Leistungen nicht mehr erbringen. Zudem verlängert sich durch die ungeeignete Profilgestaltung der Bremsweg mit Sommerreifen auf Schnee um das Doppelte.

Gute Winterreifen hingegen bewähren sich sowohl auf nasser wie auch auf schneebedeckter Fahrbahn. Dank ihrem griffigen Reifenprofil, das feine Lamellen aufweist, können sie sich im Schnee richtiggehend "festkrallen". Darüber hinaus ist die Gummimischung weicher und deshalb besser auf die Verwendung bei kalten Temperaturen ausgerichtet.

Es existiert keine explizite gesetzliche Vorschrift, ein Fahrzeug mit Winterreifen auszurüsten. Wer jedoch infolge ungenügender Bereifung einen Unfall verursacht oder mitverursacht, muss je nach Umständen mit einer Kürzung oder Rückforderung der Versicherungsleistungen rechnen und wird zusätzlich zu einer Busse (wegen Grobfahrlässigkeit bzw. Benutzen eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs) verurteilt.

Sommerreifen im Winter

Der TCS empfiehlt, nicht nur rechtzeitig auf Winterreifen umzustellen, sondern auch die Sommerreifen in  der  Zwischenzeit richtig zu  lagern. Durch  die  richtige Lagerung kann  die Lebensdauer der Sommerreifen verlängert werden. Idealerweise sollten Sommerreifen lichtgeschützt an die Wand gehängt oder geschützt auf dem Boden gestapelt werden. Eine Alternative ist natürlich auch die Lagerung gegen Gebühr bei einem Garagisten. Dieser prüft vorher noch Reifen und Felgen auf die Profiltiefe und eventuelle Schäden.

Winter-Gepäck sicher verstauen

Auch beim Verstauen des Gepäcks kann viel für die Sicherheit getan werden. Gepäckstücke sollten stets gut gesichert und maximal bis zur Oberkante der Rücksitzlehne in den Kofferraum geladen  werden.  Ungenügend  gesicherte  Gegenstände  können  sich  bei  einem  Aufprall  in gefährliche Geschosse verwandeln. Zudem sollten starre und schwere Gegenstände, wie etwa Skischuhe oder Schalenkoffer, im Koffer- oder im Fussraum verstaut und gesichert werden. Snowboard, Skistöcke und Skier können auch in  einer Dachbox untergebracht werden. Bei Dachboxen ist jedoch zu beachten, dass sich diese auf das Fahrverhalten eines Fahrzeugs auswirken  können.  Vor  diesem  Hintergrund  sollten  stets  sowohl  das  Gesamtgewicht  des Fahrzeugs wie auch die maximale Dachlast und die Höhe berücksichtigt werden.

Fahren mit Guckloch ist gefährlich

Lichter, Rückstrahler, Scheiben und Rückspiegel sind gemäss der Verkehrsregelverordnung (Artikel  57,  Absatz  2)  sauber zu  halten. Der  TCS  empfiehlt, das  Auto  mit  einem stabilen Eiskratzer mit Kunststoff-Kanten und einem Schneebesen von Eis und Schnee zu befreien. Wer sich nicht daran hält und mit einem «Guckloch» losfährt, gefährdet sich und andere Verkehrsteilnehmer und riskiert eine Busse. Funktional und praktisch sind auch Frostschutz- Planen, die etwa morgens vor der Arbeit viel Zeit ersparen.

Winterfit mit dem TCS

Wer sichergehen will, dass sein Fahrzeug für den Winter gut gerüstet ist, kann auch einen
Wintercheck in einem der 19 Technischen Zentren des TCS durchführen lassen. Mit dem harmonisierten  Wintertest  werden  alle  wichtigen  Elemente  auf  ihre  Wintertauglichkeit  hinüberprüft.   Dabei   werden   Räder,   Reifen   Aufhängung,   Lenkung,   Motor,   Kühlsystem, Scheibenwischer, Lüftung, Batterie, Beleuchtung und das elektrische System umfassend getestet.

Empfehlungen bezüglich Winterreifen können auch dem Winterreifentest des TCS vom September 2012 entnommen werden. Natürlich stehen die Experten des TCS für weitergehende Beratungen zur Verfügung. Alle Informationen sind auch auf www.tcs.ch.

Selbstverständlich sollte nicht nur das Fahrzeug, sondern auch der Fahrer selbst auf winterliche Verhältnisse vorbereitet werden. Die Schnee- & Eiskurse, welche von Test & Training TCS und von einigen Sektionen des TCS angeboten werden, bieten die Möglichkeit, das Fahrzeugverhalten unter realen Bedingungen auf Schnee und Eis zu erleben. Die Eintageskurse umfassen eine Einführung in die Fahrphysik und vielfältige praktische Übungen auf eigens präparierten und sicheren Teststrecken.

Weitere Tipps zur Wintervorbereitung

•  Betriebsflüssigkeiten:  Ölstand,  Kühlwasser  und  weitere  Betriebsflüssigkeiten  sollten regelmässig kontrolliert werden und frostsicher sein.
•  Batterie: Starterbatterien haben in der Regel eine Lebensdauer von mehr als fünf Jahren, sind aber durch die winterliche Kälte einer Zusatzbelastung ausgesetzt. Wenn man das Alter seiner Batterie nicht genau kennt, sollte man dies durch einen Fachmann überprüfen lassen.
•  Beleuchtung: Die Beleuchtungseinheiten sollten regelmässig auf ihre Funktionalität hin überprüft  werden,  beispielsweise durch  einen  kurzen  Rundgang  um  den  Wagen  bei eingeschaltetem Stand- und Abblendlicht.
•  Türgummi/Dichtung: Zugefrorene Türen und Türelemente – wie etwa Schlösser – können mit handelsüblichen Mitteln behandelt werden.
•  Scheibenwaschanlage und Wischerblätter: Eine klare Sicht ist natürlich auch im Winter unerlässlich.  Deshalb  frühzeitig  auf  wintertaugliches  Scheibenwaschmittel  umstellen,
Wischblätter kontrollieren und gegebenenfalls ersetzen.

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